Presseerklärung von Dekan Günther Werner zur Coronavirus-Pandemie - 19.3.2020

Hausandacht als Möglichkeit neu entdecken

Veränderte evangelische Angebote in Zeiten von Corona:

Seit ca. einer Woche überschlagen sich die Nachrichten über die Ernsthaf­ tigkeit der Gefahren, die durch das Corona -Virus auch in Deutschland ent­stehen.

Normalerweise sind Menschen gewohnt, Gefahrdungen mit ihren Sinnen wahrzunehmen und so auch einzuschätzen. Dies ist bei einer Viruspandemie nicht möglich. Deshalb sind wir alle auf unseren Verstand und unser Ver­antwortungsbewusstsein   angewiesen. Informationen aus der Wissenschaft müssen unser Handeln leiten.

Deutlich ist auf jeden Fall, dass die Gefahr der Erkrankung sehr real ist und die Schwere der Erkrankung erheblich sein kann. Deshalb gilt zuerst unser Mitgefühl und unsere Fürbitte allen Menschen, die momentan in der Unsi­cherheit leben, ob sie sich angesteckt haben und denen, die erkrankt sind, ebenso allen Beschäftigten im Gesundheitswesen und den notwendigen Dienstleistenden in unserer Gesellschaft. Darüber hinaus gilt unsere Anteil­nahme aber auch allen, die jetzt spüren, dass sie aufgrund der wirtschaftli­chen Folgen, erhebliche bis existenzbedrohende Einbußen haben werden. Das Angebot zur Seelsorge wird gerade hier besonders benötigt.

Die Vorbereitungszeit auf Ostern, in der wir Leiden und Sterben Jesu Christi bedenken, bekommt dadurch eine ganz neue Aktualität. Viele Menschen sind zum ersten Mal von solch einer Dimension von Einschränkung und Ge­fährdung betroffen. Alle Kirchengemeinden würden gerne zu diesem Thema Gottesdienste und Andachten halten, um die Menschen seelsorgerlieh zu begleiten. Leider ist uns dies aufgrund der staatlichen Vorgaben nicht möglich. Wir nehmen darauf gerne Rücksicht aus ethischer Verantwortung auf­ grund des "Abstandsgebots".

Nutzen Sie deshalb folgende Möglichkeiten  und Angebote:
  1. Die persönliche Andacht zu Hause neu entdecken und praktizieren. Hil­fen dazu sind in unserem Gesangbuch, dem Losungsbuch und in biblischen Texten zu finden. Bitte Gebetsläuten beachten.
  2. Verstärkt Gottesdienste in Radio, Fernsehen und Internet nützen (regiona­le Angebote bei Streaming Diensten bitte beachten).
  3. Alle dreizehn Hauptkirchen im Dekanat Forchheim sind täglich von 9  bis 17 Uhr zum persönlichen Gebet und zur persönlichen Stille ge­öffnet.
  4. Bestehende Gebetskreise in den Kirchengemeinden werden gebeten, die Anliegen von Corona aufzunehmen.
  5. In den Kirchengemeinden werden kreative Ideen für Hilfeleistungen für Menschen in Quarantäne entwickelt (Koordination von Einkauf und weite­ren Unterstützungsmaßnahmen). Die jeweiligen Pfarramtsbüros und das Dekanatsbüro in Muggendorf (Tel. 09196/327) sind gerne bereit, Koordina­tionsfunktionen mit zu übernehmen.
Trotzdem sind die Änderungen und Einschränkungen des kirchlichen Ange­botes erheblich:
  1. Keine Sonntags- und Wochengottesdienste bis auf weiteres.
  2. Keine kirchlichen Hochzeiten und Taufen (Nottaufen möglich).
  3. Beerdigungsfeiern nur auf dem Friedhofund im engsten Familienkreis. Trauergottesdienste werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
  4. Urnenbeisetzungen finden aktuell nicht statt, sondern werden verschoben.
  5. Anstehende Konfirmationen entfallen ebenfalls und werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die jeweilige Kirchengemeinde entscheidet über einen Ersatztermin.
  6. Chorproben, Einzelunterricht, Gruppenangebote und Sitzungen entfallen.
  7. Es finden keine Haus- und Geburtstagsbesuche statt. Krankenbesuche auf Anfrage.

Alle diese Maßnahmen fallen uns sehr schwer, da wir gerne diese Gottes­dienste und weitere Veranstaltungen anbieten würden, diese aber aufgrund unserer ethischen Verantwortung für die Sicherheit der Menschen entfallen müssen.

Günther Werner, Dekan

Hausandacht als Möglichkeit neu entdecken